Blog Aktiventour - Herrentour
Früher haben wir Herrentour gesagt, da aber mittlerweile auch die holde Weiblichkeit aktiv in unserer Wehr vertreten ist, ist dieses Wort nicht mehr ganz zeitgemäß. Auch wenn wir dieses Jahr unter uns Männern geblieben sind, bleiben wir mal bei Aktiventour.
Unsere diesjährige Aktiventour also, führte uns in das schöne Allgäu in die Nähe von Oberstdorf. Hier in Rettenberg kann man nämlich bei der Brauerei Zötler sein Bierdiplom machen. Wer also bis dato mit seinen schulischen Leistungen nicht so ganz zufrieden ist, kann hier ganz leicht seine Diplomarbeit nachholen.
Am Freitagmorgen in der Frühe fuhren wir mit zwei MTF´s gen Süden. Einige Kameraden folgten uns mit einem weiteren MTF am Nachmittag. Es war eine sehr feuchte Fahrt, Regenschauern von oben und Kölsch aus der Flasche. Da kamen uns Könsgens hausgemachte Baguettebrötchen und Croissants beim ersten Halt gerade recht. Trotz der Regengüsse kamen wir gut durch und waren am späten Mittag in Oberstdorf. Es wurden lediglich zwei kurze Pausen zum Bier wegbringen eingelegt. Zunächst kehrten wir in die Dampfbierbrauerei direkt am Bahnhof zum Suppefassen ein. Wie wir später erfahren sollten macht Bier nämlich Appetit (Ach nee!), diesem ist dann auch der so genannte Bierbauch zuzuschreiben. Bier hingegen sagt man eine schlank machende Wirkung nach. In der Dampfbierbrauerei gab es Dampfbier und reichlich Kulinarisches. Vom Wurstsalat bis zur Haxe blieben keine Wünsche offen. Die Haxe ist was für den großen Hunger. Gestärkt ging es dann durch Oberstdorf zur Erkundung. Einige von uns kehrten direkt wieder irgendwo ein, während den anderen Kameraden Reinhold Messner über die Zehen lief.
Am späten Nachmittag fuhren wir weiter zur Sommerrodelbahn. Alle sind gefahren und das Bier ist drin geblieben. Einem Kameraden ist bei dieser Fahrt das Portemonnaie abhanden gekommen, welches er aber glücklicherweise wieder finden konnte. Nach einer kleinen Erfrischung, Kaffee, Eis, Kakao oder Bier fuhren wir zur Heini-Klopfer-Skiflugschanze. Leider wurde der Lift gerade geschlossen, sodass wir und das imposante Bauwerk nur von unten ansehen konnten. Kurze Hand wurde beschlossen am Sonntag vor der Abreise noch einmal hierher zufahren.
Gegen Abend kamen wir dann am Ziel unserer Reise in Rettenberg an. Nach dem wir unsere Zimmer bezogen und uns kurz erfrischt hatten läutete es schon zum Abendessen. Es gab ein Dreigänge Menü mit Rinderkraftbrühe, drei Sorten Fleisch mit Fritten oder Spätzle und Salat und heiße Himbeeren an Vanilleeis mit Sahne. Hier machten wir auch erste Erfahrungen mit den Zötler Bieren. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Braumeister und der Bierkönigen ging es in die Brauerei, wo wir zunächst einen kurzen Film über das Bierbrauen anschauten, danach konnten wir alle Biere probieren. Ein Highlight war sicher das Miniplanetarium im Besucherzentrum. Am späten Abend ging es wieder zurück in das brauereieigene Hotel, wo wir bis spät in die Nacht mit reichlich Zötler versorgt wurden.
Am Morgen war nur eine Leiche zu beklagen, was aber nicht am Bier sondern am Schnaps gelegen hatte. Das Bier ist wegen seiner fünfwöchigen Lagerphase nämlich ein sehr bekömmliches Bier, da gibt es in der Regel keinen Kater am nächsten Morgen. Nach dem Frühstück ging es zur Brauereibesichtigung. Wir bekamen die Braukunst bis ins Detail erklärt und allerlei technisches Gerät und Anlagen vorgeführt. Im tiefsten Keller tranken wir Zwickelbier. Nach einem Stummfilm mit Klavieruntermalung, welcher das Bierbrauen um 1900 zeigte, bekamen wir im Besucherzentrum nicht nur noch mehr Bier, sondern auch allerhand schriftliche Unterlagen und einen, sagen wir kurzen Unterricht verabreicht. Dann ging es schnell zurück ins Hotel, wo es Weißwurst gab, die bekanntlich das 12-Uhrgeläut nicht hören darf.
Ein Bus fuhr uns hinauf Richtung Almhütte. Nach einer eineinhalbstündigen Wanderung, teils querfeldein, erreichten wir dann die Hütte. Es war ganz schön warm und wir freuten uns auf eine kühle Erfrischung, besonders unser Eric, der am meisten zu tragen hatte. Dann wurde der Test geschrieben. Ich weiß gar nicht mehr ob es zwei oder drei A4-Seiten waren, auf jeden Fall war der nicht ganz ohne. Trotzdem haben alle bestanden und bekamen unsere Urkunde ausgehändigt. Nach dieser anstrengenden Arbeit kam die Brotzeit gerade recht. Dann begann der gemütliche Teil. Unser Braumeister hatte extra drei Musiker bestellt, die mit Quetsch, Kontrabass und Gitarre mächtig viel Lärm machten und uns mit Witz und Gesang zum Mitsingen ermunterten. Es war im Ganzen eine gelungene Einlage und wir haben viel gelacht.
Am Abend fuhr uns der Bus in das Nachbardorf zum Feuerwehrfest. Da waren wir ja gerade richtig. Die Jugend ist auf Wodka-Redbull umgestiegen, was einem Kameraden das Genick brach. Erst gegen zwei waren wir alle wieder im Hotel.
Am Sonntagmorgen nach dem Frühstück war abreisen angesagt. Wir schauten uns, wie abgemacht, noch die Skiflugschanze an und fuhren mit dem Sessellift und dem Schrägaufzug bis ganz nach oben. Gegen Mittag setzten wir unsere Heimfahrt fort und waren nach einigen Staus und zähfließendem Verkehr gegen neun wieder zuhause.
(Ich für meinen Teil habe auf dieser Tour zwei Kilo zugelegt. Woran das wohl gelegen hat? )
So, und wer jetzt viel Text gelesen hat, darf auch viele Bilder gucken.
Hier gehts zu den Bildern...Dieser Artikel wurde am 08. Oktober 2010 um 19:37 Uhr von Rainer van Engelshoven verfasst und in "Feste und Feiern" abgelegt.
