Blog Karneval - Wagenbau
| Damit ich nicht Gefahr laufe, mich bei den Artikeln zu den alljährlichen Rosenmontagsumzügen zu wiederholen, heute mal was zum Wagenbau. | ![]() |
Wegen der langen Session in diesem Jahr, fand das erste Treffen erst Anfang Januar statt. Am Anfang saßen wir mit 10 -15 Mann im Schlauchturm und überlegten so hin und her, was wir in diesem Jahr machen könnten. In den Wochen vorher waren schon diverse Themen wie 35- Jahre Jugendfeuerwehr, irgendwas mit Kölle, Pizzabäcker oder Knasti angeregt worden. Aber alles das, war nicht so das Richtige. Also erst mal ein Flächchen Denkwasser, das beflügelt in Maßen genommen die Sinne und löst die Zunge. Doch irgendwie kam kein richtiger Gedanke auf. Es wurde still im Raum, man guckte an die Decke oder lutscht an seinem Bier. Irgendwann fragte Rike: “Wie währ es denn mit Schornsteinfeger?“ Alle schauten Rike mit großen Augen an, der eine oder andere nickte zustimmend. Ja? Ja! Ja, warum denn nicht. Das Thema war gefunden. Nun ging es Schlag auf Schlag und jeder sprudelte mit seinen Ideen heraus. Ein Blatt Papier wurde heraus genommen und in Nullkommanix war der Wagen in groben Zügen dahinskizziert.
Nach dem das Thema gefunden war, ging es nun an die Planung. In der ersten groben Skizze war ein Dach geplant mit einem dicken Kamin. Da oben im Kamin auch zwei Kameraden rein sollten, musste eine stabile tragfähige Konstruktion her. Mit Nägelchen und Spaxschrauben war da nichts zu machen. Außerdem musste eine gewisse Kippsicherheit gewährleistet werden, die auch bei einer starken Bremsung noch halt bot. Gut das es da Google SketchUp gibt, mit dem man die Zeichnungen maßstabgetreu herstellen kann. Es wurden mehrere Zeichnungen ähnlich wie bei den Bauanleitungen eines renommierten skandinavischen Möbelhauses angefertigt. Der Inbusschlüssel wurde allerdings durch einen 19er-Ring-/Maulschlüssel und eine Ratsche ersetzt.
Bei unserem ersten Treffen wurden die Seitenwände, die wir vom letzten Jahr aufgehoben hatten, in die Bracken des Anhängers eingehängt und mit dem Wagen fest verschraubt. Eine zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem Bau des dicken Kamins. Dieser wurde dann auf den Wagen gehoben und auf seinen vorgesehenen Platz gestellt. Mit dem Anbringen der unteren Verstrebungen, die den Kamin auf seinem Platz halten sollten, hatten wir schon mehr geleistet als ich für diesen Abend vorgesehen hatte.
Beim nächsten Treffen wurden die Verstrebungen an den Kamin angebracht, damit das Ding nicht umkippen konnte. Es wurden Kamellekisten gebaut und ein Rahmen, der oben auf dem Kamin sitzen sollte und in dem ebenfalls auf der rechten und linken Seite jeweils eine Kamellekiste eingebaut war.
In insgesamt sechs Abenden wurde an dem Wagen geschraubt, gehämmert und gesägt. Es wurde ein weiterer, schmaler Kamin gebaut, in dem unsere Nebelmaschine ihren Platz fand. Hinten sollten eine Türe und eine Leiter den Aufstieg erleichtern, damit wir nicht, wie im letzten Jahr mit der Aluleiter herum hantieren mussten. Da die Bemalung der Seitenteile vom letzten Jahr übernommen werden konnte, brauchten hier nur ein paar kleine Änderungen vorgenommen zu werden. Mit Rolle und Pinsel wurden die Dachflächen und die Kamine gefärbt und die Texturen aufgebracht. Am Ende musste nur noch die Musik installiert und die Kamelle verladen werden.
Wenn jetzt einer denkt wir hätten hier nur gearbeitet, der liegt völlig falsch. Natürlich sollen solche Aktionen auch der Kameradschaft dienen. So lernten unsere Jugendfeuerwehrleute zum Beispiel, bei der Zusammenarbeit unseren Aktiven besser kennen, was ihnen später den Einstieg in ihre aktive Zeit erleichtern wird. Und untereinander hat so manche gute Unterhaltung, bei heißen Würstchen, Chili con Carne, Reibekuchen und einem Bierchen auch dazu beigetragen.
Vielen Dank …
… auch hier an dieser Stelle an Frau Marlis Lindlar, die uns freundlicher Weise den Anhänger wieder zur Verfügung gestellt hat, so wie an Gerd Hofenbitzer für die tadellose Metalleiter, an Gilbert und Raimund für das Chili con Carne und die Reibekuchen und an all die vielen Helfer, die mir die ganze Zeit mit Rat und Tat bei Seite gestanden haben und ohne die der Wagenbau so nicht möglich gewesen wäre.
Und hier sind die vom Bau des Wagens und von Rosenmontagszug. Bei herrlichem Sonnenschein zogen wir mit 50 Teilnehmern in unserer Gruppe und unserem Wagen durch Menden und hatten eine Menge Spaß. Und wer nächstes Jahr dabei sein möchte, kann einfach vorbeikommen oder möge hinterm Ofen sitzen bleiben.
Hier gehts zu den Bildern...Dieser Artikel wurde am 11. März 2011 um 16:36 Uhr von Rainer van Engelshoven verfasst und in "Feste und Feiern" abgelegt.

