Blog Aktiventour an die Ahr
| Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah. Sicher haben Städte wie München, Hamburg und Berlin oder gar eine Reise nach Mallorca ihren Reiz. Aber für eine Tour mit den aktiven Kameraden, reicht ein Ziel in der näheren Umgebung völlig aus. Geht es doch letztendlich nur um das eine, das gemütliche Zusammensein, die Kameradschaftspflege. Ein bisschen Kultur schadet dabei natürlich niemand. So führte uns unsere Reise in das nahe gelegene Ahrtal, genauer gesagt nach Dernau. | ![]() |
Nach einem reichhaltigen Frühstück im Miramar fuhren uns zwei Kameraden am Freitagmorgen zum Bonner Hauptbahnhof. Von hieraus ging es mit dem Zug in ca. 45 Minuten nach Rech, wo wir unsere Zimmer bezogen. Dann folgte eine kleine Wanderung Richtung Mayschoss, wo wir um 14:00 Uhr zu einer Weinprobe in den Weinkellern der geladen waren. Hier gab es reichlich Bekanntes und Unbekanntes zusehen und zuhören. Im Anschluss, die Weinprobe. Es gab fünf, oder waren es sechs, Weine der verschiedensten Sorten, von leichten Weißwein über Rosé bis zum tiefen, schweren Rotwein. Jürgen, unser Führer, erzählte uns dabei viel über die Unterschiede der einzelnen Weine. (Ich habe nicht viel davon behalten, außer, dass es genau zwei Sorten Wein gibt, nämlich solcher, der mir schmeckt und eben solcher der mir nicht schmeckt).
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel ging es am Abend zum Weinfest nach Dernau. Nachdem wir uns eine vernünftige Grundlage verschafft hatten, stürzen wir uns in das Getümmel. An der Kirche war eine Bühne mit Livemusik aufgebaut, wo wir schließlich hängen blieben. Hier spielte die Gruppe Les Bermudas Rock und Pop aus den 70gern bis heute. Wobei man auf jeden Fall Willy Wall, den Gitaristen, ein Übriggebliebener aus den 60gern, besonders erwähnen muss, der wirklich alles, bis auf das Letzte, aus seinem Instrument herausholte**. Gut gelaunt und mit reichlich vergorenem Traubensaft wurde bis in die frühen Morgenstunde abgezappelt* und gefeiert.
Am Morgen ging es auch der einen Leiche wieder gut und nach einem reichhaltigen Frühstücksbuffet fuhren wir nach Ahrweiler-Marienthal zum , einem Relikt aus dem Kalten Krieg. Die Führung dauert rund 70 Minuten, und ist ohne Frage, die 7,50 Euro wert. Auf Geheiß unserer Führerin wanderten wir anschließend entlang des Rotweinwanderwegs zum Gasthaus Altenwegshof, wo es leckere Bratkartoffen geben sollte. Die gab es auch, mit Leberkäse oder Schinken und Ei. Die Portion war für manchen kaum zu schaffen. Danach ging es wieder mit Bahn und Taxi zu Hotel – Mittagsschläfchen. Am Abend waren wir wieder in Dernau auf dem Weinfest. Es war brechend voll, kaum ein durchkommen. Leider war die tolle Band nicht mehr da. Dafür gab es viel Blasmusik. Manni hätte sicherlich seinen Spaß gehabt. Aber der war leider nicht dabei auf unserer Tour.
Am Sonntagmorgen, nach dem Frühstück wurde ausgecheckt. Unsere Taschen konnten wir bei den Kameraden des Roten Kreuz in Dernau unterstellen. Für den Festzug bezogen wir an der altbekannten Stelle vor der Kirche Stellung und gönnten uns das eine oder andere Flächchen Wein und Federweißer. An dem Festzug waren über 60 Wagen und bestimmt 10 Musikkapellen beteiligt. Die Wagen waren sicherlich nicht mit denen in unseren Karnevalszügen zu vergleichen. Die meisten waren recht klein aber fein und sicherlich für eine gute Anregung für unseren Wagen im nächsten Karneval gut.
Nach dem Umzug ging es dann eilig zum Roten Kreuz, die Taschen holen und zum Bahnhof, was bei dem Gedränge nicht einfach war. Und nach einer guten Stunde waren wir wieder an unserem Gerätehaus. Womit bewiesen wäre, dass es in der Enge unserer Heimat mehr Gutes und Schönes geben kann als in der großen weiten Welt.
*) Abzappeln - Neumodisch für heftig Tanzen. Im Allgemeinen solo.
**) Willy Wall, Willi Wall - Wer möchte kann gerne mal bei YouTube rein schauen.
Hier gehts zu den Bildern...Dieser Artikel wurde am 06. Oktober 2012 um 20:21 Uhr von Rainer van Engelshoven verfasst und in "Feste und Feiern" abgelegt.

