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Blog Mit dem Feuerwehrauto über die Piste


Plötzlich muss Lara Traude mit dem 3,5 Tonnen schweren Mannschaftstransporter ausweichen; vor ihr ist ein Hindernis, unter ihr die glatte Fahrbahn. Jetzt heißt es Bremsen, Ausweichen und Einlenken, um wieder auf die richtige Spur zu kommen.

Dabei handelt es sich zum Glück nur um eine Übung, denn elf Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Sankt Augustin absolvierten am vierten Mai ein Fahrsicherheitstraining auf einer Übungsstrecke in Grafschaft bei Ahrweiler. Ihr Ausbilder war Peter Müller. Der ehemalige Feuerwehrmann erklärt, was er bei seinem Training vermitteln möchte: „Mir ist es wichtig, dass die Feuerwehrleute Gefahrensituationen richtig einschätzen und diese so von vorne herein verhindern können. Und falls es doch zu einer solchen Situation kommt, üben sie, wie sie trotzdem die Kontrolle über das Fahrzeug behalten, um Schlimmeres zu verhindern.“

Zu diesem Zwecke übten die Teilnehmer mit den mitgebrachten Mannschaftstransportfahrzeugen (MTF) aus den jeweiligen Einheiten. Angefangen bei der richtigen Vollbremsung mit verschiedenen Fahrbahneigenschaften über Ausweichübungen hin zum unerwarteten Bremsen in einer glatten Kurve lernten die Feuerwehrleute das Fahrverhalten der Wagen genau kennen. „ABS, ESP und ähnliche Funktionen machen das Fahren im Großen und Ganzen zwar sicherer, doch verändern diese Systeme das Fahrverhalten, das muss der Fahrer wissen“, so Müller weiter.

Lara hat das MTF inzwischen abgestellt. Sie hat das Training mit drei weiteren Kameraden des Löschzuges Menden besucht und findet, dass Ihr Sonntag gut investiert war: „Wir haben heute viele Übungen gemacht, die in einem kritischen Moment vielleicht entscheiden, ob man einen Unfall baut oder nicht“, so die 19-jährige. „Ich finde es wichtig, dass man ein Gefühl für Fahrzeug, Straße und Gefahren entwickelt, das ist ja nicht nur für die Feuerwehr wichtig.“ Ihr Kamerad Patrick Jaax pflichtet ihr bei: „Wir müssen schließlich auch bei einem Einsatz mit unseren Privatautos schnell und sicher zum Feuerwehrhaus kommen.“

Mit Powerpoints, Videos und Fallbeispielen haben die Teilnehmer viele wichtige Tipps vom Fahrtrainer erhalten. „Ich habe heute gelernt, dass die Gefahr erhöhter Geschwindigkeiten nicht unterschätzt werden sollte. Wenn die Reaktionszeiten und der Bremsweg eingerechnet werden, macht es letztlich einen großen Unterschied, ob man 50 oder 70 Kilometer pro Stunde fährt“, berichtet Patrick.

Selbst ungesicherte Kleinteile im Auto könnten bei einem Unfall oder einer starken Bremsung zu gefährlichen Geschossen werden.Wenn man Gepäck und ähnliches - bei der Feuerwehr also Ausrüstung - richtig verstaut, kann wieder eine Gefahrenquelle ausgeschlossen werden. „Solche Tipps finde ich wichtig, sie alle zusammengenommen sorgen für sicheres Fahren“, sagt Ausbilder Müller. „Schließlich ist es im Interesse eines jeden, dass die Feuerwehrleute heil an der Einsatzstelle ankommen und so ihren Mitbürgern helfen können.


Dieser Artikel wurde am 20. Mai 2014 um 10:35 Uhr von Daniel Schriek verfasst und in "Übungen" abgelegt.