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Blog Tour nach Braunlage


Es zeichnete sich schon Tage vorher ab, dass unsere Feuerwehrtour in diesem Jahr sehr feucht werden würde, denn der ehemalige Hurrikan "Lorenzo" würde uns herbstliche Frische und Nässe bescheren. Auf halber Strecke Richtung Braunlage kriegte uns der Regen dann ein. Es sollte uns nicht weiter stören, da wir uns meistens drinnen aufhalten würden.

Nachdem wir unsere Zimmer im Maritim Berghotel bezogen hatten, fuhren wir zunächst mit der Seilbahn auf den in unmittelbarer Nähe zum Hotel liegende Wurmberg. Hier war Oktoberfest angesagt. Was sich im Internet toll anhörte und Bierzeltstimmung erwarten ließ, war allerdings nur die überfüllte Wurmberg-Alm, die mit dem einen oder anderen bayrischen Gericht und weißen-blauen Servietten Oktoberfeststimmung erzeugen wollte. Wir hatten Glück, das eine größere Gruppe gerade mit dem Essen fertig war und wir 18 Mann zusammen sitzen konnten. Das Bier wurde schnell geliefert und eine heiße Suppe und die Weißwurst ließen unsere Stimmung schnell wieder steigen. Draußen peitsche derweil der Regen bei höchsten 5 °C.

Am Abend führte uns der Weg in das 40 km entfernte Blankenburg, in den Ritterkeller "Zur Pfeife".
In dem mit mittelalterlichen Utensilien geschmückten Raum fanden wir an zwei großen ovalen Tischen Platz. Wir wurden kurz in die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit eingewiesen und es wurde uns erklärt, dass wenn ein jeder seinen Becher zum Trinken erhebt, er den Trinkspruch „Auf die Gesundheit“ ausrufen solle, welcher dann von allen Anwesenden erwidert werden müsse. Man würde also kaum zum Essen, aber dafür zum Trinken kommen. Der Barde, Minnesänger oder Hofnarr gab sich redlich Mühe uns mit Geschichten und Gesang aus der damaligen Zeit zwischen den Gängen zu unterhalten. Nun wird so ein Abend um so lustiger wenn, man selbst etwas machen kann. Bei einem Spiel wurden einigen von uns Ämter zugeteilt und man musste während der Geschichte die vorgelesen wurde aufstehen und einen Schluck aus seinem Becher trinken. Sascha war der Bürgermeister. Er wurde fast in jedem Satz genannt, stand fast nur noch und trank fleißig Bier aus seinem Becher. Mir wurde das Amt des Schreibers zugeteilt. Bei mir war aber nur Apfelschorle im Becher, denn die Kameraden musste ja auch wieder ins Hotel gefahren werden. Am späten Abend fuhren wir bei starken Regen auf unbekannten, kurvigen Straßen vorsichtig zurück nach Braunlage. Während die Älteren und Sascha ins Hotel gingen, feierten die Jungen in einer nahe gelegenen Disco bis in die Nacht hinein.

Das reichhaltige Frühstücksbuffet, welches keine Wünsche offen lies, half uns über das miese Wetter hinweg. Es regnete immer noch und es war erbärmlich kalt.
Wir fuhren zum Bergbaumuseum nach Goslar. Zwei Führungen hatten wir gebucht. Bei der ersten Führung wurde uns die Wasserwirtschaft in so einem Bergwerk nahe gebracht. Dabei ging es tief in den Berg hinein. Obwohl Thema und Wetter etwas anderes vermuten ließen, war es hier angenehm temperiert und trocken. Das Thema war spannend und wir waren erstaunt mit welchen einfachen Mitteln das Erz gebrochen und zutage gefördert wurde. In der zweiten Führung wurde uns der Tagesablauf eines Bergarbeiters nahe gebracht. Highlight dieser Führung war mit Sicherheit die Fahrt mit der Grubenbahn, die uns zum 500 m entfernten Einsatzort brachte. Für Menschen mit Platzangst war das allerdings nichts. Saßen wir doch mit 10 Mann in einer Kabine von ungefähr achtzig Zentimeter Breite, ein Meter vierzig Höhe und höchsten drei Meter Länge, die, bis auf ein paar verglasten und vergitterten Sehschlitzen rundherum geschlossen war. Am Ziel angekommen wurden uns die verschiedenen Abbaumethoden und Arbeitsgeräte zu den jeweiligen Jahrhunderten erklärt und vorgeführt. Dann ging es per Grubenbahn zurück ans Tageslicht wo wir, von der Sonne, die zeitweise durch den sonst bedeckten Himmel zwischen den Wolken hervorschaute begrüßt wurden.

Nach einer kurzen Zwischenmahlzeit in der hiesigen Kantine und dem obligatorischen Gruppenfoto machen wir uns auf den Weg zur Klosterbrennerei nach Wöltingerode. Wie Schnaps gebrannt wird, brauchte man uns nicht zu erklären. Die Führung war auch recht schnell beendet, sodass es zu dem gemütlichen Teil unseres Besuches übergehen konnte. Es gab viele Schnäpse und Liköre zum Probieren. Man musste aber vorsichtig sein um hier nicht zu versacken. Ohne nennenswerte Verluste fuhren wir am späten Nachmittag wieder in unser Hotel, um kurz etwas auszuruhen oder Sauna und Schwimmbad zu nutzen. Nach dem Abendessen welches reichlich und lecker war, trafen wir uns in der Hotelbar. Die Jungen zog es am späten Abend wieder in die Disco. Die Alten beendeten diesen schönen Tag bei Bier und Longdrinks weiter in der Hotelbar.

Zur Heimreise am Sonntag gibt es an sich nichts zu sagen, außer vielleicht, dass es in Strömen regnete, als wir in Menden ankamen. Na denn, „Auf die Gesundheit“.

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Dieser Artikel wurde am 10. Oktober 2019 um 15:58 Uhr von Rainer van Engelshoven verfasst und in "Feste und Feiern" abgelegt.